Kloster Reichenbach in Baiersbronn

Der Baiersbronner Teilort Klosterreichenbach liegt nördlich der Kerngemeinde im Murgtal. Klosterreichenbach, das seit den 1970-er Jahren zu Baiersbronn gehört, ist im 11. Jahrhundert durch eine Klostergründung entstanden. Das Areal des ehemaligen Klosters mit der mittelalterlichen Kirche ist ein wertvolles kulturgeschichtliches Zeugnis und unbedingt eine Besichtigung wert.
Das Kloster Reichenbach war ein "Tochterkloster" des berühmten Klosters Hirsau im Nordschwarzwald.

      

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Im Jahr 1082 kamen einige Benediktinermönche aus Hirsau ins Murgtal und gründeten hier ein neues Kloster. Schon 1085 konnte der Bischof Gebhard von Konstanz die neue Klosterkirche weihen. Sie erhielt als Schutzpatron den Heiligen Gregor. Weil das neue Kloster an der Mündung des Reichenbachs in die Murg liegt, gaben die Mönche ihrem Kloster den Namen "Reichenbach". Um das Kloster herum siedelten sich Bauern und Handwerker an. Bereits 1535 wurde das Mutterkloster Hirsau infolge der Reformation aufgelöst. 1603 wurde auch Reichenbach reformiert. Die Benediktiner verließen ihr Kloster. Im 30-jährigen Krieg lebten nochmals für 20 Jahre Benediktiner in Reichenbach (1629 - 1649), aber dann fiel es endgültig an die evangelische Kirche. Heute dient die ehemalige Klosterkirche der evangelischen Gemeinde von Klosterreichenbach als Gotteshaus.

Die Klosterkirche ist im romanischen Stil aus Sandstein erbaut worden. Sie besitzt ein langgezogenes Schiff und zwei Türme. Im Lauf der Zeit wurde sie mehrmals renoviert. Bei der vorerst letzten großen Renovierung (1965 - 1968) wurde Wert darauf gelegt, den ursprünglichen Charakter einer mittelalterlichen Kirche zu erhalten. Im Inneren der Klosterkirche sind insbesondere die romanischen Säulen im Chorraum eindrucksvoll. Der Taufstein stammt auch aus romanischer Zeit. Er wurde aus Sandstein hergestellt. Das Kruzifix, das die südliche Pforte schmückt, wurde im 16. Jahrhundert geschaffen. Die bunten Glasfenster im Chorraum - Werke des Künstlers Wolf-Dieter Köhler - sind modern, passen aber stilistisch sehr gut in das altehrwürdige Gebäude. Die Klosterkirche kann täglich besichtigt werden. Nach Voranmeldung sind Führungen möglich.

Auf dem Klostergelände sind Teile einer Umfassungsmauer, der so genannte "Gefängnisturm" und der "Kasten" erhalten geblieben. Der "Gefängnisturm" wurde wohl 1564 erbaut; dies bezeugt jedenfalls eine alte Inschrift am Turm. Der "Kasten" diente ehemals als Lagerhaus und beherbergt heute einen Kindergarten.

Bei der Klosterkirche ist Start und Ziel des Baiersbronner Erlebnispfades Nr. 4: "Von Mönchen und Lehensbauern". Wer den 9,5 km langen Rundweg durchwandert, erhält unterwegs zahlreiche Informationen über die Geschichte des Benediktinerklosters. Der Weg führt an malerischen alten Bauernhöfen vorbei und auch ein Stück an der Murg entlang. Klöster waren immer auch Wirtschaftsunternehmen; so sind eine ehemalige Brennerei und ein Kohlenmeiler, die früher zum Kloster gehörten, Stationen auf dem Rundweg. An den einzelnen Stationen sind Informationstafeln aufgestellt.




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